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Landwirtschaft
Die in Europa bekannte Pflaume ist ein Artbastard der Schlehe und der Myrobalane (Kirschpflaume). Bis heute findet man sowohl die Schlehe als auch die Myrobalane hauptsächlich in Kasachstan zwischen dem nördlichen Kaukasus und dem Altaigebirge. Deshalb geht man davon aus, dass die Zwetschge als Artbastard dieser beiden Arten dort entstanden ist.
Bereits im 7. Jhdt. vor Christus bauten die Griechen Pflaumen an. Die Pflaume ging denselben Weg vie so viele andere Obstsorten auch: Von den Griechen kam sie zu den Römern und von den Römern wurde sie schließlich nach Deutschland gebracht. Die süddeutsche Bezeichnung Zwetsche oder Zwetschge tauchte erstmals im 15. Jahrhundert auf. Ein Jahrhundert später kamen Mirabellen und Reineclauden aus Frankreich nach Deutschland und sorgten für eine weitere Sortenentwicklung bei den Pflaumen. Im Jahre 1830 hatte der Pomologe Georg Liegel bereits eine Sammlung von 200 Pflaumensorten, rund siebzig Jahre später waren weltweit über 2000 Sorten bekannt. Die meisten der bekannten alten Pflaumensorten stammen aus Deutschland. Um 1900 waren über 40 Prozent des Obstbaumbestandes in Deutschland Pflaumenbäume.
Die Untergliederung der Pflaumen und Zwetschgen ist bis heute umstritten, da sie genetisch sehr vielfältig sind und alle Subspezies untereinander hybridisieren. Fast alle Pflaumensorten sind Zufallssämlinge, erst in den 1980er Jahren wurden vermehrt planmäßige Züchtungen angeboten.